DeOestingers Reisetagebuch

Moinsen Loide, auf dieser Seite berichte ich von meinen Reisen (ohne Ape), mal als Text oder einfach nur mit Reisefotos.
Mal sind sie kurz, mal sind sie lang, mal sind sie dicht bei aber manchmal auch weit weg.

Ach ja, einige müssen noch geschrieben werden - also öfters mal reinschauen ;-)


 

Buenos Aires, Argentinien

Kurztrip nach Argentinien

Ende September 2017 ging es nach Buenos Aires, Argentinien, zum Weltschwebefährenkongress. Darüber werde ich an dieser Stelle allerdings nicht berichten sondern vielmehr von meinen Eindrücken während dieser Zeit in der 13-Millionen-Metropole Südamerikas.

Wir starteten mit dem Flieger in Hamburg, Richtung Amsterdam. Dort mussten wir umsteigen und dann ging es über den großen Teich nach Buenos Aires. Der Flug von Amsterdam nach Buenos Aires dauerte rund 16 Stunden und wir haben eine Strecke von rund 11.500 Kilometer zurück gelegt. Da es ein Nachtflug war, kam mir die Zeit gar nicht so lange vor. Hinzu kommt noch die Strecke von Hamburg nach Amsterdam mit rund 366 Kilometer und einer Flugzeit von einer Stunde. Somit waren wir 17 Stunden in der Luft. Von der Anreise mit der Bahn, dem Check-In in Hamburg, Umstieg in Amsterdam und bis zur Landung in Argentinien und Fahrt zum Hotel waren wir über 24 Stunden unterwegs. Die Rückreise dauerte dann stolze 31 Stunden!

2017-09-29_22-49_dsc00213.jpgDer Verkehr in Buenos Aires ist der Wahnsinn. Die Autofahrt vom Flughafen zum Hotel war das reinste Abenteuer - auf dem Flug habe ich mich sicherer gefühlt. Unser Hotel war mitten in der City, das NH Buenos Aires City. Fußläufig konnten wir den Plaza de Mayo, das Cafe Tortoni und viele andere Sehenswürdigkeiten erreichen - machten wir auch in unserer knappen Freizeit.

Mit unserer Tagungsstätte sah es etwas anders aus. Hier wurde ein Bustransfer organisiert, denn wir tagten im berüchtigen Stadteil La Boca, wo auch die Schwebefähre steht. Uns wurde ein Betreuer zur Seite gestellt und ohne ihn sollten wir keines Falls das Gebäude verlassen. Während einer Tagungspause sind wir dann raus, natürlich mit Carlos, unseren Betreuer. Wir haben uns schon einmal die Schwebefähre angesehen, die tags darauf feierlich wiedereröffnet werden sollte. Seit 1964 war sie außer Betrieb. Hier und da wurde noch ein wenig Farbe aufgetragen, damit am folgenden Tag, den Tag der Wiedereröffnung, alles schier ist.

2017-09-27_18-43_dsc09275.jpgStolz präsentierten uns die Argentinier ihr Museum, das sich in unmittelbarer Nähre zur Fähre befindet. Auf der Uferseite in La Boca wurde alles schick hergerichtet, zu gegenüberliegenden Straßenseite sollte man besser nicht hinschauen. Einige Gebäude schienen dem Verfall preisgegeben zu sein. Aber so war es in vielen Straßen dieser Großstadt. Verfallene Gebäude und nebenan ein protziger Neubau. Aber der Stadtteil La Boca beeindruckte mich durch die Vielzahl an bunten Häusern, wofür dieser Stadtteil berühmt ist.
 

Am Ende des ersten Tagungstages ging es zurück ins Hotel, frisch machen für das Abendessen mit unseren französischen Freunden. Das nächtliche Buenos Aires ist sehr interessant, wie auch in vielen anderen Großstädten. Überall vor den Geschäften, Banken und dergleichen stehen Sicherheitsleute an den Eingängen. Die große Fußgängerzone ist gesäumt von Straßenhändlern, auch noch am späten Abend und teilweise bis in die Nacht hinein.

2017-09-27_23-39_dsc09452.jpgEs liegt überall Müll herum, über die Verkabelung von Straßenlampen kann man stolpern und auf vielen Fußwegen, die mit massiven Pollern von den Fahrbahnen getrennt sind, befinden sich immer wieder Stolperfallen in Form von hoch stehenden oder fehlenden Pflastersteinen. Schaut man aber morgens auf die Straßen, so sind diese sauber. Nachts, wenn es in der Stadt ruhiger wird, kommen sie zum Einsatz: Ganze Familien sind dann unterwegs, trennen den Müll und schaffen ihn weg. Auch so kann man in Südamerika seinen Lebensunterhalt verdienen.

 

2017-09-28_20-23_dsc09617.jpgNach dem zweiten Tagungstag ging es dann zum nächsten offiziellen Teil: Der Wiederinbetriebnahme der Schwebefähre. Nach den üblichen Reden war es endlich soweit: Wir konnten auf die Gondel und zur ersten Fahrt mit der Schwebefähre in Buenos Aires starten. Der Lack auf den Dielen der Gondel klebte noch ein wenig unter den Sohlen, aber es war ein großartiges Erlebnis. Während der Feierlichkeiten lernten wir auch den Deutschen Botschafter kennen.

Die Feierlichkeiten wurden mit musikalischen Darbietungen auf La Bocas Seite begleitet, während am anderen Ufer eine Protestaktion stattfand. Die dortige Anlegestelle war mit Bauzäunen und Stacheldraht abgesperrt und wurde stark bewacht.

2017-09-26_17-08_dsc09153.jpgSo, die offiziellen Tage sind nun vorbei und wir haben noch einen Tag zur freien Verfügung, bevor es wieder nach Deutschland geht. Diesen Tag nutzen wir für eine Stadtrundfahrt mit einem Hop-On, Hop-Off Bus. Ein Tagesticket kostete umgerechnet 22,50 Euro.
Wir sind an verschiedenen Stellen aus- und wieder eingestiegen. Aber unser Ziel war der Friedhof La Recoleta im gleichnamigen Stadtteil, einem der teuersten Wohn- und Geschäftsviertel der Hauptstadt. Er wurde Ruhestätte zahlreicher wohlhabender und prominenter Einwohner. Hier wurden argentinische Präsidenten bestattet, Profisportler, Wissenschaftler und Schauspieler; zu den bekanntesten zählt die zweite Ehefrau von Juan Perón, Eva Perón.

2017-09-29_20-27_dsc00096.jpgDieser Friedhof ist eine Stadt für sich, die von einer Mauer umgeben wird. Unzählige Mausoleen befinden sich dort, eines schöner als das andere - einfach beeindruckend.

Auf unserer Busfahrt sind wir durch sehr viele Straßen und Stadteile gekommen, durch Häuserschluchten gefahren und auch das Meer konnten wir sehen. Mich haben es besonders die vielen Baustiele angetan. Alt und Neu, direkt nebeneinander. Kabelgewirr nicht nur an den Häusern, sondern auch über die Straßen. Ab und zu mussten wir die Köpfe einziehen, weil die Kabel so tief hingen. Ein Wunder, dass das alles so funktioniert. An roten Ampeln werden dann auch schon mal Fußballkunststücke vorgeführt und kurz bevor es wieder grün wird, geht der Hut run.

2017-09-30_02-55_dsc00277.jpgEinen ganz besonderen Tipp habe ich noch für euch: Wenn ihr in Buenos Aires seit, besucht unbedingt das Café Tortoni. Es befindet sich auf der Avenida de Mayo 825. Die Inneneinrichtung stammt aus dem Jahre 1858 und befindet sich immer noch im Urzustand.

Auch eine Erkundungstour zu Fuß birgt so manches Abenteuer in sich, besonders zur Rushhour. Mitten in der City mussten wir eine Straße überqueren, ich weiß jetzt nicht mehr wie viele Spuren je Richtung hier zusammen trafen. Jedenfalls war es ein hauen und stechen, Hupkonzerte an allen Ecken und rote Ampeln kein Grund zum anhalten. Aber wir haben es überlebt und seitdem kann mich gar nichts mehr erschüttern - die argentinische Gelassenheit hat sich verinnerlicht und hält bis heute an.

Nun gut, der Tag der Abreise ist gekommen, 31 Reisestunden liegen vor uns und eines ist gewiss: Nach Buenos Aires muss ich auf jeden Fall noch mal wieder hin und dann mit mehr, viel mehr Zeit.

Meine Fotostrecke findet ihr hier »

 

 

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